Sie haben es gemacht! Hand aufs Herz – wäre hätte darauf gewettet, dass die Ausstellung 2012 der Sektion Europa der FCI in Bukarest ein solcher Erfolg würde? Als Opfer einer regelrechten Hetzkampagne in den sozialen Netzwerken (die eine ungeheure Macht und Kraft darstellen, im Positiven, aber manchmal auch mit unheilvollen Auswirkungen) hat es die Asociatia Chinologica Romana (AChR) geschafft, einen kühlen Kopf zu bewahren, sich der Herausforderung zu stellen und mehr als 6.000 Hunde in der rumänischen Hauptstadt zu versammeln. Es ist der AChR gelungen, die gegen sie gerichtete Kampagne als Werbemittel für ihre Veranstaltung zu nutzen, und das Mindeste, was sich hierzu sagen lässt, ist, dass sie ihr Ziel erreicht hat! Wir beglückwünschen das gesamte rumänische Team unter der hervorragenden Leitung von Herrn C. Stefanescu und Herrn P. Muntean.

Zu unserem großen Bedauern haben drei im Bereich der Kynologie tätige Persönlichkeiten uns vor kurzer Zeit verlassen. Die FCI möchte ihnen auf diesen Seiten eine letzte Ehre erweisen...

Weiter

Yves De Clercq
Exekutivdirektor der FCI
Gespräch mit Paula Iacob
Bei der Pressekonferenz, die am 4. Oktober im Rahmen der Ausstellung der FCI-Europasektion in Bukarest stattfand, hat der rumänische Tierschutzverband mit dem rumänischen Kynologenverband (AChR) ein Abkommen über den Schutz von Hunden unterzeichnet. Dieses Abkommen läuft bis zum Jahr 2020 und dient dem Ziel, Hunden zu helfen und ihr Umfeld zu schützen. Es umfasst die Bereitstellung eines ambulanten Fahrzeuges, zur Vorbeugung von Misshandlungen und zur Durchführung von Sterilisationen. Zu den Unterzeichnern gehören Herr Stefanescu, Präsident des AChR, Herr Marinescu, Präsident des rumänischen Tierschutzverbands und Frau Paula Iacob, eine renommierte rumänische Rechts¬anwältin, die stets dazu bereit ist, sich für Hunde einzusetzen.

Mitglied des nationalen Rechtsanwaltsverbands Rumäniens - Bukarester Büro
Präsidentin des Vereins der Rechtsanwältinnen Rumäniens
Präsidentin der F.R.A.C.U. - UNESCO Foundation

Paula Iacob

Frau Iacob, möchten Sie die Leser des FCI-Newsletters an diesem außergewöhnlichen Erlebnis teilhaben lassen, zu dessen Protagonisten Sie vor einigen Jahren gehörten?

"Aber sicher! Vor fünf oder sechs Jahren ist jemand zu mir gekommen, um mich um Hilfe im Rahmen eines eher merkwürdigen Falles zu bitten: Ein japanischer Geschäftsmann war von einem streunenden Hund gebissen worden, und verstarb kurze Zeit später, angeblich an den Folgen des Bisses. Bosquito – so hieß der beschuldigte Hund - war sofort in ein Tierheim gebracht worden, wo er eingesperrt wurde, ohne Futter und ohne jeden Besuch. Ich bin zu dem Tierheim gegangen, wo er eingesperrt war, um ihn zu sehen und zu füttern, doch mir wurde mehrfach das Recht verweigert, ihn zu besuchen. Diese Praxis hat mich an die unmenschliche Behandlung erinnert, die den politischen Gefangen in einer finsteren Zeit in unserer Geschichte zuteilwurde, was mich auf die Barrikaden brachte. Da mich die Anwendung dieser unmenschlichen Praxis auf das Tier betroffen machte, habe ich mich für die Untersuchung und den tatsächlichen Ablauf der Ereignisse interessiert. Es hat sich herausgestellt, dass der glücklose japanische Bürger einen Herzinfarkt erlitten hatte, wodurch er zusammengebrochen und auf Bosquito gefallen war. Da dieser den Menschen praktisch auf sich drauf fallen sah, verstand er dies als Angriff - zwar hatte Bosquito gebissen, jedoch aus einem reinen Verteidigungsreflex, weil er sich bedroht fühlte, aber er hatte auf keinen Fall selbst angegriffen! Nachdem der Sachverhalt geklärt und Bosquito für unschuldig erklärt worden war, konnte ich ihn besuchen und ihm Futter bringen. Das Tier brauchte eine ganze Weile, um wieder Vertrauen zu den Menschen zu fassen, um jemanden an sich heranzulassen und sich füttern zu lassen. Sogar Brigitte Bardot, die von dieser Geschichte gehört hatte, hat persönlich Futter an Bosquito geschickt! Diese Geschichte nahm ein gutes Ende, da ein Deutscher, der mit dem Geschick dieses vorschnell verurteilten Hundes Mitleid empfand, ihn adoptiert hat: Bosquito lebt nun glücklich bei seinem neuen Herrchen in Deutschland!"

Paula Iacob macht sich dafür stark, kleinen Kindern bereits sehr früh den Respekt und die Liebe für Tiere beizubringen. Sie verweist auf eine Universitätsstudie, die nachweist, dass ein hoher Prozentanteil von erwachsenen Straftätern bereits als Kinder Tiere misshandelt hat; jemand der ein Tier misshandelt oder quält, könnte sich somit genauso gegenüber Menschen verhalten! "Ein Mensch, der diesen Namen verdient, muss die Tiere respektieren, denn dies bedeutet, sich selbst zu respektieren; hat der Mensch nicht seit Urzeiten für seine Freiheit gekämpft? Wie könnte er den Tieren, die auch Lebewesen sind, genau wie der Mensch, dieses Recht auf Freiheit vorenthalten? Kann er sich noch als "zivilisiert" bezeichnen, wenn er Tiere misshandelt?" Die prominente Anwältin betrachtet die Tierrechtserklärung (hierunter) als logische Folge der Menschenrechtserklärung. So wie sie sich ihr ganzes Leben lang für die Verteidigung der persönlichen Freiheiten eingesetzt hat, ist sie heute dazu bereit, genauso entschlossen dafür zu kämpfen, dass jedes Individuum, das das Wohlbefinden von Tieren und ihr Freiheitsrecht verletzt, hinter Gittern landet! Paula Iacob hebt gerne hervor, dass sie im Laufe ihrer langen Berufserfahrung unzählige Male feststellen konnte, dass ein Richter, der Tiere liebt und verteidigt, auch ein guter Richter für die Menschen ist.


Die Europäische Ausstellung in Bukarest: "ein neues Bewusstsein!"

Einer der Höhepunkte war nach Meinung von Paula Iacob der Auftritt des Panflötenspielers Gheorge Zamfir, der für uns im Ehrenring gespielt hat: "Künstler lieben Tiere; dieser zauberhafte Augenblick war sehr emphatisch, alle Augen waren am Strahlen, das gesamte Publikum war von Brüderlichkeit und Übereinstimmung beseelt. Ganz zu schweigen von dem beeindruckenden Applaus! Es gab keinen Raum mehr für kulturelle und soziale Unterschiede; es war nur noch ein Gefühl der Liebe für Hunde und der Brüderlichkeit zwischen den Menschen zu verspüren, die auf alle übersprang! Ich bewundere wirklich alle diese Leute, die in einer Zeit, in der jeder nur an seine eigene Geldbörse denkt, Tausende von Kilometern zurücklegen, um ihre Leidenschaft auszuleben und ihren Hund ins Rampenlicht zu stellen. Es war deutlich spürbar, dass alle voller Bewunderung und von Glück beseelt waren, alle zusammen waren wir stark."

Mit diesen Worten vertraute uns Paula Iacob an, dass sie während der Europäischen Hundeausstellung in Bukarest verstanden hatte, was dies alles bedeutete: "Ich möchte gerne der FCI meine Dienste anbieten, im Rahmen jeglicher neuen Initiative. Ich bewundere sehr die geleistete Arbeit, dank derer 86 Mitgliedsländer dazu in der Lage sind, Hand in Hand für das Wohlbefinden der Hunde zu arbeiten, und zwar bereits seit 100 Jahren, und ich bin stolz darauf, dass der rumänische Hundeverband der FCI angehört."

Marie Luna Durán
Marketing and Public Relations


Allgemeine Erklärung der Tierrechte, die im UNESCO-Haus in Paris am 15. Oktober 1978 verkündet wurde, und deren Text im Jahr 1989 von der Ligue internationale des droits de l'animal überarbeitet wurde. Die Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung von La Fondation Droit Animal, Ethique et Sciences (LFDA), 39 rue Claude Bernard 75005 Paris, www.fondation-droit-animal.org

N.B. Inoffizielle Übersetzung; Originaltext: Französisch.

PRÄAMBEL :

Da das Leben einmalig ist, und da alle Lebewesen einen gemeinsamen Ursprung haben, und sich im Lauf der Entwicklung der Arten differenziert haben,
Da jedes Lebewesen natürliche Rechte besitzt, und jedes mit einem Nervensystem ausgestattete Tier besondere Recht besitzt,
Da die Missachtung und sogar die einfache Unkenntnis dieser natürlichen Rechte schwerwiegende Beeinträchtigungen der Natur zur Folge hat, und den Menschen dazu veranlasst, Verbrechen gegen Tiere zu begehen,
Da die Koexistenz von Arten auf der Welt die Anerkennung des Existenzrechts der anderen Tiere durch den Menschen voraussetzt,
Da die Respektierung der Tiere durch den Menschen mit der gegenseitigen Respektierung der Menschen untrennbar verbunden ist,

WIRD FOLGENDES VERKÜNDET:

Artikel 1
Alle Tiere haben die gleichen Existenzrechte im Rahmen biologischer Gleichgewichte.
Diese Gleichheit verschleiert nicht die Vielfalt der Arten und Individuen.

Artikel 2
Jedes Tierleben hat das Recht, respektiert zu werden.

Artikel 3
Kein Tier darf Misshandlungen oder grausamen Handlungen ausgesetzt werden.
Falls die Tötung eines Tieres notwendig ist, muss dies augenblicklich und schmerzlos erfolgen und darf keine Angst verursachen.
Ein totes Tier ist mit Anstand zu behandeln.

Artikel 4
Ein wildes Tier hat das Recht, in seinem natürlichen Lebensraum frei zu leben, und sich fortzupflanzen.
Jeglicher längere Freiheitsraub, die Jagd und das Angeln zum Vergnügen sowie jede Benutzung des wilden Tieres zu einem anderen als einem vitalen Zweck verstoßen gegen dieses Recht.

Artikel 5
Ein Tier, das vom Menschen in Abhängigkeit gehalten wird, hat Recht auf Pflege und sorgfältige Behandlung.
Es darf keinesfalls ausgesetzt oder ungerechtfertigterweise getötet werden.
Alle Formen der Zucht und der Benutzung des Tieres müssen der artenspezifischen Physiologie und dem artenspezifischen Verhalten Rechnung tragen.
Ausstellungen, Aufführungen und Filme, bei denen Tiere eingesetzt werden, müssen ebenfalls deren Würde respektieren und dürfen keine Gewalt enthalten.

Artikel 6
Tierversuche, die körperliches oder geistiges Leiden bedeuten, verstoßen gegen die Rechte des Tieres.
Es sind Ersatztechniken zu entwickeln und systematisch anzuwenden.

Artikel 7
Jede Handlung, die unnötigerweise den Tod eines Tieres verursacht, und jeder Beschluss, der zu einer derartigen Handlung führt, stellen ein Verbrechen gegen das Leben dar.

Artikel 8
Jede Handlung, die das Überleben einer wilden Tierart gefährdet, und jeder Beschluss, der zu einer derartigen Handlung führt, stellen einen Genozid dar, d.h. ein Verbrechen gegen die Art.
Ein Massaker von Wildtieren, die Verschmutzung und Zerstörung von Biotopen stellen Genozide dar.

Artikel 9
Die Rechtspersönlichkeit des Tieres und seine Rechte sind gesetzlich anzuerkennen.
Die Regierungsinstitutionen haben Vertreter der Verteidigung und Rettung von Tieren zu umfassen.

Artikel 10
Das Bildungswesen und das öffentliche Schulwesen haben den Menschen bereits ab seiner Kindheit dazu zu bringen, Tiere zu beobachten, zu verstehen und zu respektieren.